Torsten Schäfer, 1977 geboren, ist Wildnis-Pädagoge und Professor für Journalismus und Textproduktion mit u.a. dem Schwerpunkt Klimajournalismus. Er entwickelte, basierend auf Forschungen bei den Samen in Lappland, beziehungsreiches Erzählen. »Wenn wir uns der Wildnis aussetzen, erleben wir in all der Größe und Unsagbarkeit ein angenehmes Schrumpfen und zugleich ein Weiten der Sicht.« wird er vom Verlag zitiert. Verallgemeinerungen mag ich allerdings prinzipiell nicht. Daher konkret:
Das Buch ist gegliedert in die Kapitel: Gesichter der Wildnis / Im Fjäll / Draußen arbeiten / Die Finnmark / Waldtäglichkeit / Flussleben / Inari / Verwandlungen / Am Eismeer.
Im Prolog erzählt Torsten Schäfer seine Geschichte und beschreibt persönliche Motive, die ihn zu seiner Forschung über die Sami führen. Gut eingestimmt, werden die Leser:innen Schritt für Schritt mitgenommen in eine Welt, die den meisten Stadtmenschen wohl fremd ist, doch langsam vertraut wird.
Der Autor erzählt von seiner Wildnis-Ausbildung, in der er auch in indigenes Denken eingeführt wird. Er gibt viele Impulse, für kleinste und große Naturerfahrungen. Gesellschaftspolitische Gegebenheiten und Prozesse werden thematisiert. Seine Kinder werden miteinbezogen. Er schildert seine Lernprozesse wie auch seine Fehler. Seine Reisen in den Norden können nachvollzogen werden, Das entschleunigte Tempo wird wohl manche fordern, womit dies ein guter Kontrapunkt zur Gegenwart ist, die von vielen zu oft hektisch erlebt wird.
Sachlichen Informationen sind gelungen mit Emotionen verbunden. Dieses Buch ist geeignet, Empathie und Verständnis für Naturzusammenhänge zu entwickeln und zu Leser:innen zu bestärken. Torsten Schäfer ermutigt, sich auf eine behut- und achtsame Beziehung mit Natur und sich selbst einzulassen.
Dieses Buch empfehle ich allen und ist in der Oberstufe im Unterricht gut einsetzbar.
Rezension
Ilse M. Seifried, MA
https://www.i-m-seifried.at
März 2026
176 Seiten, ökom 2026, ISBN: 978-3-98726-514-3
€ 20,-, E-Pub 15,99






