Hg. Linda Conze, Westrey Page, Anna Schütz
Mit Beiträgen u.a. von L. Conze, S. de Velasco, K. Fox, P. Irmschler, M. Kaiser, V. Kitz, M. Mangler S. Miernau, W. Page, N. Picker, T. Prüfer, A. Schütz, J. Troeller, B. Vinken, M. Warner.

Vom 12.3. – 3.8.2025 war die sehenswerte Ausstellung MAMA im Kunstpalast Düsseldorf zu erleben. Wer diese versäumte, hat Gelegenheit, in diese mit dem vorliegenden Katalog einzutauchen.
Abb.:
https://www.hirmerverlag.de/de/titel-1-1/mama_von_maria_bis_merkel-2679
Vorweg: diese Gelegenheit sollte genützt werden!
Das Buch ist für alle ab der Oberstufe geeignet und vielschichtig einzusetzen. Der Fokus kann einzig auf die Abbildungen konzentriert sein, die eigene Erfahrungen, Konzepte und Visionen in Schwingen bringen. Der Fokus kann einzig auf die Texte gelegt werden, um so Historie und Gesellschaft zu reflektieren. Es kann auch ein Gesamterlebnis werden.
Bereits beim Aufschlagen des Buchdeckels werden die Leser:innen mit den Fragen konfrontiert: „Was sehen Sie vor Ihrem inneren Auge, wenn sie Mama hören?“ „Für wen haben sie mütterliche Gefühle?“ und „Wer sorgt für Sie?“ Sieben Antworten werden angeboten und Freistellen, in die jede.r die eigene persönliche Antwort einfügen kann.
Witz, Wut, Verbindung, Zerstörung, Illusionen, Geborgenheit, Auflehnung, Ironie, Geburt, Sexualität, Tod, Idylle und Verstörendes, all das und mehr ist in diesem Buch zu finden. Es braucht Zeit und Muße, sich vertieft mit diesem emotionalen Thema auseinanderzusetzen und zu sehen, wie Künstler:innen dieses zusammensetzten.
Mutterschaft in einer patriarchalen Kultur von Maria bis Mutti Merkel, von Eva bis Rihanna. Der umfangreiche Input umfasst Bilder der Kunstgeschichte, Gegenstände der Popkultur, Videoinstallationen, Fotografie und Musik. Hat sich das Mutterbild gewandelt? Wodurch und wie fanden Änderungen statt? Wem nützt welche Definition und welche Machtgefüge stecken dahinter?
Vom 14. Jahrhundert bis in die Gegenwart sind die Zuschreibungen der Kulturgeschichte an MAMA präsentiert. Werke von Männern wie Frauen, beispielsweise Max Ernst, Paula Modersohn-Becker, Aldo Gianotti, Marta Worringer, Oliviero Toscani, Hannah Höch, Vivian Greven, Caroline Walker, Egon Schiele, Käthe Kollwitz und Werkbeschreibungen von Mareice Kaiser (Journalistin / Autorin), Neram Nimindé-Dundadengar (Hebamme), Mandy Mangler (Gynäkologin), Nils Pickert (Blogger/Autor), Barbara Vinken (Wissenschaftlerin) bieten Optionen, zu analysieren und diskutieren. Auch die Blicke von Autor:innen, Hebammen, Familienpsycholog:innen u.a. machen ein buntes Spektrum sichtbar.
Für jede:n gibt es in diesem Katalog Vieles zu entdecken. MAMA ist ein endloses unbegrenztes Thema. Dieser Katalog inspiriert, ob Sohn oder Tochter, Mutter oder Vater oder kinderloser Mensch, Zwänge zu erkennen. Sich von diesen zu lösen, um ein selbstbestimmtes, eigenverantwortliches und gleichberechtigtes Leben zu führen, dazu gibt es viele Wege – sowohl in der Kunst als auch im Alltag. Linda Conze verschiebt die Priorität von „Wer ist Mutter?“ auf die geschlechtsneutrale Frage: „Wer handelt mütterlich?“ Ich füge hinzu: „Warum handelt wer nicht fürsorgend in Bezug auf Menschen und Umwelt und welche Konsequenzen sollten gezogen werden?
Dieses großformatige und gelungene Buch ist eine gute Investition, ob in Schulen, Büchereien und auch im Bücherregal zu Hause.
Rezension
Ilse M. Seifried, MA, Mai 2026
https://www.i-m-seifried.at
200 Seiten
159 Abbildungen in Farbe
Hirmer Verlag 2025
ISBN: 978-3-7774-4488-8
€ 46,30








