apflug

aktive pflichtschullehrerInnen - unabhängige gewerkschafterInnen

Was ändert sich im Schuljahr 2018/19?

Am 28.6. hat der Nationalrat und am 6.7. der Bundesrat das Bildungsreformgesetz beschlossen, wodurch in den nächsten beiden Schuljahren zahlreiche Änderungen in Kraft treten. Hier werden nun vor allem die dargestellt, die uns LehrerInnen mehr oder weniger direkt betreffen und sich bereits 2018/19 auswirken.

 

 

Begegnung mit Wonder Woman:

Einladung zur Diskussionsveranstaltung;

Montag, 6. November 2017; 18.30 bis 19.30   

KIV: 1020, Große Mohreng. 42 (U1 Nestroyplatz, U2 Taborstraße)


Einladung zur Veranstaltung und Podiumsdiskussion

40 Jahre schulheft – 40 Jahre bildungspolitische Stellungnahme

/ Schule Reform Kritik /

/ Mittwoch, 16. November 2016 /

/ 18.30-20.00 Uhr /

/ ÖGB Verlag, Fachbuchhandlung, Rathausstraße 21, Eingang Universitätsstraße /

 40 Jahre Analyse einer missglückten Reform.
Statt Gesamtschule: IGS, SVMS, KMS, WMS, NMS.
Seit 1976 reflektiert und kritisiert sie das schulheft.

Begrüßung: Manfred Arthaber, ÖGB Fachbuchhandlung

Podiumsdiskussion mit:

Mag. Jürgen Czernohorsky,
Präsident des Stadtschulrats für Wien
Dr. in Gertrude Nagy,
Erziehungswissenschaftlerin, ehem. HS-Direktorin
Mag. a Heidi Schrodt,
Bildung Grenzenlos, ehem. AHS-Direktorin
Helmut Breit,
NMS-Lehrer, Personalvertreter

Moderation
Dr. in Eveline Christof,
schulheft, Erziehungswissenschaftlerin

          

Anschließend: ein kleines Buffet 


Hypo – Defizit – 2 Stunden mehr Unterricht


Von Andreas Chvatal, Hauptschulehrer, Mandatar ind er Pflichtschulgewerkschaft für ÖLI/
UG


SPÖ und ÖVP suchen ein Opfer, das für ihre Schnitzer bezahlt
Budgetrechnung 2015: Das Defizit steigt von 1,3 % (2014) auf 2,4 % des BIP. In Milliarden,
von 4,2 auf 7,9. Der einzige Grund für diesen eklatanten Anstieg heißt Hypo/Heta! Hätte der
Staat nicht Unsummen für den Kapitalbedarf der maroden Bank aufwänden müssen, würde
das Defizit nur bei 1,0 % liegen (KURIER, 30.3.2015). Um die politische Verantwortung für
die Misere zu verschleiern, wird zur Zeit ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss
mittels Schwarzstift nach allen Regeln der Kunst behindert.
Trotzdem sind die wichtigsten Fakten bezüglich Hypo bereits bekannt. Im System Haider
dient die Bank als Geldruckerei für diverse Prestigeprojekte. Außerdem vergibt sie große und
größte Kredite, ohne davon gehört zu haben, dass es den Begriff Risikomanagement
überhaupt gibt. Als man sich dann auch noch verzockt, kentert das Schiff und die im kärntner
Landtag vertretenen Parteien überlegen zum ersten Mal, ob das mit den 20 Milliarden
Haftung für eine absolut miserabel geführte Bank so eine gute Idee war. Jörg Haider konnte in
der Sache nicht mehr befragt werden.
2008: Auf tritt die SPÖ in der Person Ewald Nowotnys, Gouverneur der Nationalbank,
welchselbe die Hypo als ‚not distressed’ durchwinkt, was wohl nur insofern zutrifft, dass die
Hypo nicht mehr ‚distressed’ gewesen sein kann, sondern bereits dem Untergang geweiht.
Jetzt ist die ÖVP an der Reihe. Als die Hypo unmittelbar nach der brillianten Einschätzung
der Nationalbank plötzlich staatliche Hilfe im Umfang von 900 Millionen Euro braucht, wird
diese von Finanzminister Josef Pröll sogleich bewilligt. Als die 900 Millionen auf
Nimmerwiedersehen verschwinden, kommentiert er dies mit den Worten: „Das wird ein tolles
Geschäft für den Staat.“
2009: Das von Pröll versprochene gute Geschäft will sich nicht und nicht einstellen, dafür
droht die neue Eigentümerin der Hypo, die Bayrische Landesbank, damit, das Institut in
Konkurs zu schicken, woraufhin Pröll, im Beisein der SPÖ in Person von Andreas Schieder
und des BZÖ/der FPÖ vertreten durch Landeshaptmann Dörfler, im Namen Österreichs die
Gläubigerforderungen an die Hypo, deren Höhe ihm nicht annähernd bekannt sein kann,
einfach übernimmt.
2010: Pröll erkrankt und zieht sich aus der Politik zurück.
Gleichzeitig zieht sich die Politk aus der Hypo zurück. Ein Mantel des Schweigens sinkt
herab und weder Rot noch Schwarz machen sich die Mühe, diesen aufzuheben und zu
eruieren, wie hoch denn der Schaden für die Steuerzahlenden werden könnte. (Ein screening
der Hypo wird erst Jahre später, nämlich 2015, durchgeführt!) Auch den Herrn Bundeskanzler
interessiert in dieser Phase nicht, wieviel die Hypo noch kosten wird. Finanzministerin Fekter
ist dies erst recht völlig egal. Sie legt sich gegen die Einrichtung einer bad bank bis zuletzt
quer. Warum sie dies tut, werden wir wohl nie erfahren. Kurz nach ihrem Abgang wird die
bad bank schnellstens eingerichtet.
Die Hypo/Heta wird noch viel Steuergeld verschlingen und das österreichische Budget
belasten. Da Österreich die EU Stabilitätskriterien bei der Budgeterstellung befolgen will,
ergibt sich nun dringender Sparbedarf. Im Schulbereich fehlen in der über die Hypo
gestürzten Staatskassa 350 Millionen. Grund genug für die Regierungsparteien, eine Zeitreise
ins Jahr 2009 zu unternehmen. Aber nicht etwa, um sich kritisch mit den eigenen
Fehlleistungen zu beschäftigen, sondern, um eine der dümmsten Wortspenden, die jemals
hervorgebracht wurde zu exhumieren: „Eine Anhebung der Unterrichtsszeit der Lehrkräfte um
zwei Stunden ist keine Arbeitszeiterhöhung.“ Die fehlenden 350 Millionen sollen auf diesem
Wege eingespart werden, so die Retroargumentation der Regierung.
Nicht undreist! SPÖ und ÖVP verlangen von den LehrerInnen einen exorbitanten Beitrag
(plus 10 % Arbeitszeit! 1) zur Sanierung eines Budgets, das unter der
Regierungsverantwortung dieser Parteien auf den derzeitigen Defizitstand gerutscht ist.
Nochmals: Der sprunghafte Anstieg des Budgetdefizits ist fast ausschließlich auf die Hypo
zurückzuführen!
In dieser Ausnahmesituation, wäre es nicht unlogisch, zu überlegen, ob die Einhaltung der
EU-Stabilitätskriterien nicht vorübergehend ausgesetzt werden sollte. Wenn bedacht wird,
dass die Entwicklung rund um die Hypo seit mehr als zehn Jahren wohl in krassem
Widerspruch zu den Zielen der EU steht, sollte es zu verkraften sein, dass sich Österreich für
die Zeit, die für die Aufarbeitung der Krise benötigt wird, ein erhöhtes Defizit leistet. Der
Finanzminister müsste die Unterichtsministerin und auch andere Teile des öffentlichen
Dienstes nicht zum Einsparen zwingen.
Davon will die Regierung natürlich nichts wissen. Sie ist entschlossen, den öffentlichen
Dienst, vor allem die LehrerInnen, für das Hyposchlamassel zahlen zu lassen. Das hat zur
Folge, dass alle WichtigtuerInnen jetzt nachschauen, was sie schon 2009 dahergeredet und
geschrieben haben, um dieses wieder herunterzubeten. Dabei wird in der Regel eine
Niveaulosigkeit erreicht, die schon fast an jene des Wiener Bürgermeisters heranreicht, auf
den hier nicht weiter eingegangen wird.
Der Boulevard verfüttert den schon bekannten Brei aus Vorurteilen, Gehässigkeit und
Desinformation, gewürzt mit Zahlenmaterial, das aussageloser nicht sein könnte. Zwei kurze
Beispiele. (1) Die Erhöhung der Unterrichtszeit wird oft als notwendiger Teil einer
Schulreform (!) bezeichnet, die die Qualität des Schulwesens verbessern würde. Durch eine
Mehrbelastung der Lehrkräfte würde also die Schulqualität steigen. Sehr logisch!
(2) Durch eine Erhöhung um zwei Stunden läge die Unterrichtszeit in Österreich noch immer
unter jener einger anderer Länder. Das ist zwar zutreffend, lässt aber außer acht, dass die
Gehälter der Lehrkräfte in den meisten dieser Ländern deutlich höher sind als in Österreich,
etwa in Deutschland und den Niederlanden. In vielen Ländern ist die Unterrichtszeit auch nur
geringfügig höher als in Österreich.
Die landläufig kursierende Ansicht, dass zwei Stunden mehr Unterricht eine Arbeitszeiterhöhung von 0 % ergäben, sollte angesichts der Tatsache, dass diese zusätzlichen Stunden auch orbereitet werden müssen, endlich zur Ruhe gebettet werden.

Eine Einsparungsmaßnahme kann keine Qualitätsverbesserung bringen und ob in Schottland
die LehrerInnen bei schlechterer Bezahlung mehr unterrichten müssen und die Bezüge der
KollegInnen in der Schweiz und in Luxenburg unvorstellbare Höhen erreichen, ist für die
‚Diskussion’ hierzulande irrelevant. Wenn die Regierung sich durchsetzt, wird dies nachteilige
Auswirkungen auf das Schulsystem haben.


Einsparungen sind keine Schulreform! 

Die PflichtschullehrerInnen der ÖLI-UG stehen ...

  • FÜR massive  Investitionen in ein emanzipatorisches, inklusives Schulsystem
  •  GEGEN die Erhöhung der ARBEITSzeit der LehrerInnen durch eine Anhebung der Unterrichtsverpflichtung um zwei Wochenstunden.

  

Die Bildungsministerin ist beauftragt, ab 2016 mindestens 350 Millionen pro Jahr einzusparen. Die Rechnung ist simpel. Wenn alle LehrerInnen zwei Stunden mehr unterrichten, wäre die Einsparungsvorgabe erreicht.

Die negativen Folgen werden verschwiegen!

  • Die erhöhte Belastung der LehrerInnen führt zu einer Qualitätsverringerung. Zwei Stunden mehr Unterricht bedeuten zwei zusätzliche Stunden an Vorbereitung.     
  • Mehrere tausend junge LehrerInnen      verlieren ihren Arbeitsplatz.
  • Längst  überfällige Reformen und Verbesserungen werden verunmöglicht     
  • Für die individuelle Förderung der Kinder bleibt weniger Zeit.      
  • Dies  als Schulreform zu bezeichnen, ist blanker Zynismus!

 Das Budget des Bildungsministeriums muss erhöht werden!

Aufgaben wie die Umsetzung der Inklusion, die Verbesserung ganztägiger Schulformen und der Betreuung von Kindern mit Migrationshintergrund sind mit einem Sparbudget nicht seriös zu erfüllen. Außerdem ist die geplante Belastung des öffentlichen Dienstes – speziell der LehrerInnen – eine klare Ungleichbehandlung von ArbeitnehmerInnen. Die öffentlich Bediensteten wären die einzige Berufsgruppe, die von der Lohnsteuerreform nicht profitieren, sondern für deren Gegenfinanzierung zur Kasse gebeten würde und die eine massive Arbeitszeiterhöhung hinnehmen müsste.

 Für 2015 wird ein Budgetdefizit von 2,4 % des BIP erwartet. Dies bedeutet einen Anstieg von 1,1 % im Vergleich zum Vorjahr (3,7 Mrd), der in erster Linie auf die Hypo/Heta Krise zurückzuführen ist. Die öffentlich Bediensteten sind für die Hypo sicher nicht verantwortlich! Warum sollten sie einen überproportionalen Beitrag zu deren Sanierung leisten?

Maßnahmen wie die Erhöhung der Arbeitszeit der LehrerInnen sind nicht zwingend notwendig, ungerecht und hätten eine Minderung der Schulqualität zur Folge.

Da die Regierung von ihrem Vorhaben kaum abgehen wird, ist es unerlässlich, dass die zuständige Gewerkschaft Öffentlicher Dienst diesbezüglich in die Offensive geht. Die MandatarInnen der ÖLI-UG in der Pflichtschulgewerkschaft werden deshalb folgenden Antrag stellen.

Antrag an die Bundesvertretung GÖD 10 (APS)

1) Die Bundesvertretung GÖD 10 protestiert gegen das Vorhaben der Bundesregierung, die Unterrichtsverpflichtung um zwei Wochenstunden zu erhöhen. Für den Fall eines dahingehenden Parlamentsbeschlusses werden drastische gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen angekündigt.

2) Die Bundesvertretung beginnt umgehend, ein Eskalationsszenario zu erarbeiten, dessen erster Schritt in einer Befragung der Gewerkschaftsmitglieder hinsichtlich ihrer Untersützungsbereitschaft für gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen besteht.

3) Dieser Antrag wird in Form einer Presseerklärung veröffentlicht.

Die TeilnehmerInnen der ÖLI-APS Konferenz am 30. April 2015 in Eisenberg, St. Martin an der Raab.

Der Göd

Alfred Dorfer verliert sich fast im Labyrinth der Demokratie. von Alfred Dorfer

Demokratie ist ein mühsames Geschäft. Und zeitraubend ist sie überdies. Entscheidungsprozesse ziehen sich in die Länge. Bis einmal etwas feststeht, das kann dauern. Gut sechs Wochen ist es nun beispielsweise her, dass die Personalvertretungswahlen des Bundes geschlagen wurden. Nur, ein Endergebnis gibt es dafür noch immer nicht. Verantwortlich dafür ist die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, besser unter der Abkürzung GÖD bekannt. In diesem Gremium herrscht Uneinigkeit, da in Vorarlberg bei der Fachgruppe der Berufsschullehrer eine unabhängige Namensliste mit knapper Zweidrittelmehrheit nicht den Unabhängigen Gewerkschaftern (abgekürzt: UG) zugerechnet wurde. Sondern sie wurde unter "Sonstige" eingeordnet. Also den SO oder so. Unter Anwendung dieser Formel, der ein gewisser mathematischer Widersinn nicht abzusprechen ist, würde die Fraktion Christlicher Gewerkschafter in der betreffenden GÖD-Landesleitung an die alleinige Macht gelangen. Offenbar herrscht bei den Gewerkschaften eine gewisse Unklarheit darüber, was der Begriff unabhängig besagt. Wenn sich eine Wahlliste lediglich als unabhängig, also nur als U, bezeichnet, reicht das noch lange nicht aus, um deshalb auch automatisch der Gruppe der UG zugerechnet zu werden. Es fehlt, wie jeder kritische Geist mit freiem Auge erkennen kann, ein essenzieller Buchstabe. Der macht den entscheidenden Unterschied aus. Klar: Unabhängig ist an sich schon mal okay, aber zugleich auch ein bisschen abhängig von der jeweiligen Zugehörigkeit. Unabhängig davon ließ der stellvertretende GÖD-Bundesvorsitzende von der Fraktion Sozialistischer Gewerkschafter mit der politikwissenschaftlich bemerkenswerten Ansicht aufhorchen, ein Gesamtergebnis, das das gewerkschaftliche Kräfteverhältnis bei allen öffentlich Bediensteten der Republik widerspiegelt, sei ohnehin nur eine Fleißaufgabe. So zumindest zitierte die APA. Was soll der Unfug? Bitte keine Fleißaufgaben bei der Gewerkschaft! Dafür sind sie nicht da. Das muss doch jedermann einleuchten. Wer braucht denn bei einer Wahl ein Gesamtergebnis? Viel entscheidender ist doch das richtige Ergebnis. Bisher, so der Vorsitzende der Unabhängigen Gewerkschaften, habe es einen Konsens über das Wahlergebnis gegeben. Wer bisher der naiven Ansicht war, Wahlergebnisse seien schlichter Arithmetik geschuldet, wird eines Besseren belehrt. Sie werden beschlossen unter der Patenschaft des Vorstandes. Und für Patenschaften braucht es einen Paten, also einen Göd. Am besten von der GÖD. So macht Demokratie Sinn.

aus: DIE ZEIT Nr.3/2015 


Wiener Lesetest

 

Wienweit findet vom 22. bis 29. April 2015 der ,Wiener Lesetestfür alle SchülerInnen der vierten Schulstufe statt. (zu lesen auf der Website des SSR)

Auch ein Vortest vom 19. bis 23. Jänner ist vorgesehen. (zweiphasiger Aufbau!) 

Neu am Wr. Lesetest ist die Auswertung. Diese darfheuer von den LehrerInnen mit geringem organisatorischen Aufwandselbst erledigt werden. Wie hoch dieser Aufwand sein wird ist bisher noch nicht klar!!! 

Erwähnenswert jedenfalls: Wieder eine zusätzliche Mehrarbeit so zwischendurch, die keinen Niederschlag im C-Topf der Jahresnorm finden konnte, da der ja bereits am Schulanfang abgegeben wurde!

Der SSR ist jedes Jahr für Überraschungen gut, verschwendet aber keine Überlegungen dahingehend, wie LehrerInnen im Gegenzug entlastet werden könnten.


Unabhängige GewerkschafterInnen gegen SPÖ-ÖVP-Abänderungsgesetz zur Systemumstellung im Besoldungsrecht ohne Begutachtungsverfahren.

 

UGÖD für ergebnisorientierte Verhandlungen der GÖD über ein neues Dienstrecht, das Interessen von 320.000 Beschäftigten berücksichtigt

Wien (OTS) - SPÖ und ÖVP wollen heute im Parlament ohne vorhergehendes Begutachtungsverfahren mit einem Abänderungsantrag die grundlegende Änderung des Besoldungssystem durchziehen, die formal zwei Urteilssprüchen des EuGH gegen das derzeitige Vorrückungssystem (Ungleichbehandlung, Altersdiskriminierung zum Nachteil von Bediensteten) Rechnung trägt, aber gleichzeitig spürbare, aufgrund der europäischen Rechtsprechung erreichte Einkommensverbesserungen (bis zu drei anrechenbare Vordienstjahre bzw. eineinhalb Biennalvorrückungen) verhindert.
Den Regierungsparteien nahestehende GÖD-Funktionäre haben das Regierungsgebot der Kostenneutralität akzeptiert, auf dieser Basis seit 15. Dezember Verhandlungen mit BKA und Finanzministerium geführt und damit auf eine teilweise Kompensation der in den letzten Jahren eingetretenen Reallohn- und Kaufkraftverluste von 320.000 KollegInnen verzichtet. Diese Verhandlungen sind kein Ersatz für die von SPÖ und ÖVP mit einem Verfahrenstrick verhinderte gründliche Begutachtung des im BKA endformulierten Gesetzestextes.

Keine kostenneutrale Husch-Pfusch-Reform zum Nachteil von KollegInnen
Die Unabhängigen GewerkschafterInnen lehnen die Gesetzesinitiative der Regierung bzw. von SPÖ und ÖVP-Abgeordneten zur Neuordnung des Besoldungsrechts ab:
- Das Umgehen der Begutachtung ist eine Missachtung der Betroffenen und ihrer Vertretung.
- Der unerhörte Zeitdruck nimmt den Abgeordneten die Möglichkeit einer fundierten Beurteilung der Gesetzesmaterie und ihrer Folgen und ist eine Missachtung der ParlamentarierInnen und des Parlaments.
- Der Verzicht auf die vom EuGH gebotene Verbesserung der Einkommenssituation in der verwaltungstechnisch durchaus sinnvollen Generallösung der bestehenden Ungleichbehandlung, insbesondere der Frauen - während Präsenz-/Zivildienst weiter (zum Teil) besoldungsrelevant sind, bleiben v.a. von Frauen beanspruchte längere Elternkarenzzeiten unberücksichtigt.
- Das Versprechen der Regierung, von der Neuregelung verursachte Laufbahnverluste im Sinn des Vertrauensgrundsatzes auszugleichen, zeigt den Husch-Pfusch-Charakter des 44-seitigen Abänderungsantrages.

Die Unabhängigen GewerkschafterInnen teilen die am 19.1.2015 von der GÖD veröffentlichte Kritik:
1. Der dem Parlament zugeleitete Entwurf weist zahlreiche sowohl systematische, inhaltliche als auch technische Mängel auf.
2. Diese Mängel führen - entgegen getätigten Zusagen - zu erheblichen Verlusten in der Lebensverdienstsumme und zu direkten finanziellen und anderen Nachteilen unmittelbar nach der Überleitung. Das ist völlig inakzeptabel!
3. Die vorgesehene Deckelung bei der Anrechnung von Erfahrungszeiten sowie Präsenz- und Zivildienstzeiten entspricht nicht der Judikatur des EuGH und ist daher europarechtswidrig".

Für die rasche Aufnahme von umfassenden Dienst- und Besoldungsrechtsverhandlungen
Die UGÖD begrüßt das von Staatssekretärin Steßl ausgesprochene Regierungsangebot einer raschen Aufnahme von Verhandlungen mit der GÖD über ein zeitgemäßes neues Dienst- und Besoldungsrecht, mit dem auch Mängel der aktuellen Novelle des veralteten Dienst- und Besoldungsrechtes "repariert" werden können - und ebenso das gründlich misslungene LehrerInnendienstrecht 2013.
Die UGÖD hat GÖD-Vorsitzendem Neugebauer bereits einen Antrag auf Einberufung der GÖD-Bundeskonferenz (Zentralvorstand) - auch zur Vorbereitung dieser Dienstrechtsverhandlungen - übermittelt. 

Richter schließen Gerichte aus Protest gegen Gehaltstabellen

Unter den öffentlich Bediensteten haben bisher nur die Richter und Staatsanwälte beschlossen, ihren Unwillen über diese Vorgangsweise und dieses Gesetz öffentlich zu bekunden und führen am Donnerstag, den 22.1.2015 österreichweit großteils keine Verhandlungen durch. Aber wo bleiben die anderen öffentlich Bediensteten, die Verwaltungsbediensteten, die Polizei, das Heer, die Lehrer? Wo bleibt der Aufruf der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst zum österreichweiten Protest?
Die öffentlich Bedienstete müssen sich wie alle Arbeitnehmer entschieden gegen Lohn- und Gehaltskürzungen zur Wehr setzen. Aufgabe der Gewerkschaft ist es, diesen Protest zu organisieren, Protest- und Kampfmaßnahmen zu beschließen. Denn es steht mehr auf dem Spiel als nur die ohnedies bereits beschädigte Sozialpartnerschaft, es geht um eine falsche Verteilungspolitik der gesellschaftlichen Wertschöpfung, welche seit Jahren betrieben wird. Es geht aber auch um die Transparenz demokratischer Prozesse, welche diese Regierung offenbar bewusst aufs Spiel setzt. 


Auch 2015 keine Reallohnerhöhung für "Beamte"

1,77% ab März = effektiv 1,52% nominale Erhöhung für 2015

Fritz Neugebauer und Staatssekretärin Sonja Stessl haben das für März bis Dezember 2015 gültige Gehaltsabkommen unterzeichnet:
Gemäß der vorjähriger Vereinbarung (Inflation+0,1) werden die Gehälter und Zulagen um 1,77% ab März 2015 erhöht.

Das entspricht einer „ehrlichen“ Gehaltserhöhung für das ganze Jahr 2015 von „nur“ 1,52% und bedeutet einen Reallohnverlust von 0,15%.

    

Dieser miserable Gehaltsabschluss beruht zwar auf einer Vereinbarung im Rahmen des vorjährigen Gehaltsabschlusses, ändert aber nichts an der Tatsache, dass die GÖD seit 25 Jahren der schlechteste Gehaltsverhandler aller Branchen ist. Einige nominale Nullohnrunden, noch deutlich mehr Abschlüsse unter der Inflationsrate und immer unter den Abschlüssen anderer Branchen, wie z.B. der Metaller/innen, ist zusammengefasst die traurige Bilanz der GÖD-Verhandler.


“Wiener Lesetest” neu


Spät aber doch erkennt auch der Stadtschulrat, dass der “Testeritis” Einhalt geboten werden muss. Der neue Wiener Lesetest wird “nur mehr” in den 4.Klassen der Volksschulen durchgeführt, nicht aber in der 8.Schulstufe. Offensichtlich ist die Entrüstung vieler KollegInnen auch in der Wipplingerstraße endlich zur Kenntnis genommen worden. Mit der Erstellung dieses Tests wurde ein alter Bekannter beauftragt, Ex-Bifie-Chef Günter Haider. Die Kosten für den 40-minütigen Lesetest belaufen sich auf läppische 90 000.- Euro, ein Schnäppchen im Vergleich zu “Wision”.  

Wetten, dass das die fcg für uns erreicht hat!


Unabhängige GewerkschafterInnen in der GöD verlangen weitere Korrektur des vorläufigen PV-Wahlergebnisses

FCG-Mehrheit will UGÖD- und FSG-Stimmen und Mandate nicht für Zusammensetzung GÖD-Gremien zählen. UGÖD verweigert Zustimmung.

Gestern berichtete die APA über eine Korrektur des PV-Wahlergebnisses zum Nachteil der FSG (u.a. ZA der Pflichtschulen in Vorarlberg). Auch  zwei UGÖD-Kandidaturen blieben im korrigierten Gesamtergebnis unberücksichtigt. Reinhart Sellner, der die UGÖD bei der Erstellung des Endergebnisses in der GÖD vertritt: „Es ist erfreulich, dass es im Rahmen der diesjährigen Wahl deutlich weniger Probleme bei der Zuordnung der Listen für das Gesamtergebnis gibt als 2009, aber es gibt auch offene Fragen, über die FCG, FSG und UGÖD noch kein Einvernehmen hergestellt haben. Weder FSG noch UGÖD wurden von der  FCG-Mehrheit über die Korrektur des weiterhin vorläufigen Endergebnisses informiert, das am 1.12. auf der GÖD-Homepage 
veröffentlicht und der APA mitgeteilt wurde. 


Wieviel 'vorläufige Endergebnisse' wird es noch geben?“ Immerhin wurde von der FCG-Mehrheit gegenüber der APA erklärt, dass Einsprüche noch möglich sind, so Sellner weiter: „Wir legen Einspruch ein.“

Zwei UG-Listen nicht gezählt

Nicht als UGÖD-Stimmen gezählt wurden 247 Stimmen (19,24 Prozent) der Liste der Unabhängiger GewerkschafterInnen für den ZA im BM WFW/Wissenschaft sowie die der Überparteilichen 
Interessensvertretung-Unabhängige GewerkschafterInnen für den ZA der Vorarlberger Berufsschulen (146 Stimmen, 3 ZA Mandate, 64,32 Prozent).  Diese haben bereits bei der GöD Protest eingelegt. „Insgesamt haben die Unabhängigen GewerkschafterInnen bei den Personalvertretungswahlen 19.080 Stimmen, 10,89 Prozent und 24 ZA Mandate erreicht. Über 3500 KollegInnen konnten als WählerInnen dazugewonnen werden, die Zahl der ZA-Mandate hat sich von 14 auf 24 deutlich erhöht“, freut sich der Sprecher der UGÖD.

Die GÖD ist bunter und vielfältiger geworden – Protest geht nicht zwangsläufig nach rechtsaußen!

Mit einem Plus von damit 2,34 Prozent habe die UGÖD erstmals die 10%-Marke überschritten und als einzige Gewerkschaftsgruppierung in der GöD Stimmen gewonnen, betont Sellner. Der Unabhängige Gewerkschafter abschließend: „ Die Verluste von FCG und FSG zeigen, dass es Bewegung im öffentlichen Dienst und in der GöD gibt. Die GÖD  ist bunter geworden. Unzufriedenheit mit der rot-schwarzen FCG-FSG-Gewerkschaftskoalition führt nicht mehr automatisch zu  Austritten oder zur FPÖ-gesponserten AUF, die anders als die Freiheitlichen Arbeitnehmer/FA in ÖGB und AK die Mitarbeit in der ÖGB-Teilgewerkschaft GÖD ablehnen. In der ÖAAB/FCG dominierten GÖD, die Sparpakete akzeptiert und nur mehr ‚noch Schlimmeres verhindert‘, sind parteiunabhängige Gewerkschaftslisten der UGÖD gestärkt worden. 

PS:
In http://archiv.oeli-ug.at/ZA-Ergebnisse2014.xls sehen Sie uebersichtlich die Ergebnisse aller Wahlen zu Zentralausschuessen und auch das erfreuliche Gesamtergebnis:
Die Unabhaengigen GewerkschafterInnen haben mit insgesamt 19091 ZA-Stimmen 24 ZA-Mandate bekommen, das sind 10,91 Prozent und ein Plus von 2,35 Prozent (+3570 Stimmen, +10 Mandate
).